Die Chronik
Die Geschichte des Kalkarer Kriegerdenkmals wurde durch das Stadtarchiv zu einer Chronik zusammengefasst und auf der Webseite der Stadt sowie auf einer Tafel neben dem Denkmal veröffentlicht. Leider ist sie unvollständig und versäumt die Nennung von wichtigen Protagonist*innen, Geschehnissen und Begleitumständen.
Dennoch kann die wertvolle Arbeit der Archivar*innen und Historiker*innen hier als Grundlage dienen, sich an das Thema heran zu wagen.
Wir zitieren im Folgenden die Seite der Stadt Kalkar zum Kriegerdenkmal bis zum Jahr 2015, sofern nicht anders angegeben.
Querverweise im Text führen zu weiten Erklärungen, Kommentaren und Blogartikeln zum jeweiligen Thema. Wir ergänzen und kommentieren die Chronik nach und nach.
1922
„Wenige Jahre nach dem Ende des I. Weltkrieges und der Unterzeichnung des Friedensvertrages von Versailles mit der Entmilitarisierung des Rheinlandes befasst sich der Rat der Stadt Kalkar mit der Errichtung eines Denkmals. Im Ratsprotokoll vom 5. Oktober 1922 heißt es:
„Versammlung beschließt, sobald die Errichtung des Denkmals für die gefallenen Krieger zur Ausführung gelangen sollte, eine namhafte Summe zu den betreffenden Kosten aus der Gemeindekasse zu bewilligen.“
Am 18. Dezember 1924 erfolgt die Beschlussfassung über den Standort des zu errichtenden Denkmals. Eine sich an den Friedhof anschließende Parzelle soll zur Verfügung gestellt und für die Errichtung eines Denkmals hergerichtet werden. Der Kriegerverein Calcar stellt einen durch ein Werbefest erzielten Betrag von 2600 Mark für den Bau eines Kriegerdenkmals zur Verfügung. Das Projekt des Denkmalsbaus wird jedoch von Seiten der Stadt in den folgenden Jahren nicht weiter verfolgt.
Erst nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 steht die Errichtung des Kriegerehrenmals wieder auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Einige Künstler, u.a. Jupp Brüx aus Kleve, haben bereits Entwürfe eingereicht. Am 25. November 1934 tagt der eingesetzte Denkmalausschuss und fasst einstimmig den Beschluss:
„Das Kriegerdenkmal wird in der von dem Bildhauer Meller, Köln, und dem Architekten Sauren, Cal projektierten Form ausgeführt. Der endgültige Auftrag wird erteilt, sobald die Finanzierung der ganzen Anlage gesichtet ist und die Genehmigung der Regierung und des Gaues Essen vorliegt.“
Die Finanzierung soll durch Spenden aus der Bevölkerung gewährleistet werden. Der Gutachterausschuss der Regierung billigt den Entwurf jedoch nicht und fordert Änderungen.
1936
Wettbewerb, Aufbau und Einweihung
Zunächst erfolgt die Fertigstellung der Platzanlage und ein neuer Wettbewerb mit genaueren Bedingungen wird ausgeschrieben. Mehrere Künstler werden zur Teilnahme aufgefordert. Am 28. Januar 1936 tagt unter dem Vorsitz des Gaukulturwartes Kelter, Essen, eine Jury mit: Oberregierungsrat Schräder, Düsseldorf; Prof. Edwin Scharff, Düsseldorf; Architekt Munger, Düsseldorf; Landesbaurat Penners, Düsseldorf; Gartengestalter Hoemann, Düsseldorf; Maler W. Kelter, Essen; Bürgermeister Rouenhoff, Calcar; Rektor J. op gen Oorth, Calcar; Bauunternehmer Völkers, Calcar; van Gemmeren, Calcar.
Drei Preisträger – von insgesamt 11 eingereichten Vorschlägen – werden benannt:
1.“Treue um Treue“, Bildhauer Heseding, Düsseldorf und Architekt Müller, Homberg
2. “Stadtbild“, Architekten Ganteführer und Hannes, Recklinghausen
3. “Fackelträger“, Bildhauer Brecker, Düsseldorf
Der Entwurf von Heseding wird von allen zuständigen Gremien gebilligt; die Kosten mit 8.600 Mark veranschlagt. Bei der Kostenzusammenstellung findet sich die Position „Für das Anbringen des Spruches an der Vorderseite 90,- Mark“.
Damit ist vermutlich die Inschrift „Unseren Helden 1914 – 1918“ gemeint.
Am 18. Februar 1936 wird eine Liste mit den Gefallenen erstellt, deren Namen eingemeißelt werden sollen. Diese Liste wird vom Amtsbürgermeister Rouenhoff abgezeichnet. Es finden sich hier auch die Namen von jüdischen Bürgern der Stadt: Albert Cohen, Julius Vyth, Emanuel Vyth und Josef Cahn.
Im April 1936 werden Kalkarer Bürgerinnen und Bürger persönlich um Spenden angeschrieben.
Am 12. Juli 1936 erfolgt die Einweihung, an der mehrere Einheiten und Gliederungen der NSDAP teilnehmen.
Inschrift auf der Rückseite
Die Inschrift auf der Rückseite des Denkmalsockels lautet:
MÖGEN JAHRTAUSENDE VERGEHEN MAN/
WIRD NIE VON HELDENTUM REDEN KÖN-/
NEN OHNE DES DEUTSCHEN SOLDATEN/
IM WELTKRIEG ZU GEDENKEN.
Der Verfasser dieses Ausspruchs ist dort nicht genannt. Die Inschrift und der Kontext sind bekannt und einzuordnen. In der antisemitischen Propagandaschrift „Mein Kampf“ von Hitler (publiziert 1925/26) heißt es wörtlich: „Mögen Jahrtausende vergehen, so wird man nie von Heldentum reden und sagen dürfen, ohne des deutschen Heeres des Weltkrieges zu gedenken.“
Die Sonderakte „Kriegerehrenmal 1936“ enthält ein Schreiben vom 19. Juni 1936, das der damalige Bürgermeister Rouenhoff an den Befehlshaber des Wehrkreises VI richtet, um ihn zur Einweihung des Denkmals einzuladen. Hierin ist vermerkt, dass auf der Rückseite des Denkmals der „Ausspruch des Führers“ stehen werde: „Mögen Jahrtausende vergehen; man wird nie über Heldentum reden können, ohne des deutschen Heeres im Weltkriege zu gedenken“.
Dieses Zitat findet sich nur an dieser einzigen Stelle in der Akte. Auch in Presseartikeln über die Einweihung des Denkmals wird dieser Ausspruch nicht erwähnt. Das Zitat ist jedoch – auch bei den gegebenen Textvarianten – eindeutig und unzweifelhaft zuzuordnen.
Wann die Inschrift auf der Rückseite eingemeißelt wurde, wer sie gemacht hat und was die Inschrift gekostet hat, bleibt unbekannt. Ein Ratsbeschluss dazu ist nicht nachzuweisen.
Vermutet werden kann, dass für die Verwendung des Zitats eine Genehmigung aus Berlin erbeten wurde bzw. diese vorliegen musste. Vermutet werden kann weiterhin, dass die Inschrift aus diesem Grund erst nach der bereits erfolgten Einweihung angebracht, werden konnte, vermutlich in den Jahren 1936-1938.“
[—Als sei hier nichts wichtiges passiert macht die offizielle Chronik hier einen großen Sprung über die 40er Jahre zur ersten Planung einer Umwidmung. Wir möchten ein nicht unwesentliches Detail der im Zusammenhang stehenden Ereignisse jedoch in mehr als nur Nebensätzen betonen:
1939 – 1945
Am 01. September 1939 überfällt die Wehrmacht Polen. Der damit begonnene Zweite Weltkrieg wird über 50. Mio. Menschen das Leben kosten. Mindestens 13 Mio. werden Opfer deutscher Massenverbrechen.
1945/1946
27. Februar 1945 – alliierte Truppen befreien die Stadt Kalkar. Das Kriegerdenkmal wird beschossen: Große Stücke Stein werden von Adler, Schwert, Sockel und Widmung gesprengt.
Am 07./08./09. Mai 1945 kapituliert die Wehrmacht vor den Alliierten Streitkräften, womit der Krieg in Europa ein Ende findet.
Am 9. bzw. 12. September 1945 endet der Zweite Weltkrieg mit der Kapitulation des Japanischen Kaiserreichs in China bzw. Südostasien.
-1946 erlässt der Alliierte Kontrollrat die Direktive No. 30 zur „Liquidierung der deutschen militärischen und nazistischen Denkmäler und Museen„. Diese beinhaltet Ausnahmen, welche vom Kalkarer Denkmal jedoch nicht erfüllt werden.—]
1951
„Das Denkmal in der Nachkriegszeit
In einer Sitzung der Stadtverwaltung Kalkar vom 8. März 1951 heißt es: „Auf eine Anfrage nach Instandsetzung des Kriegerehrenmales nennt der Vorsitzende die Kostensumme von ca. 400,- DM; die Angelegenheit wird dem Bauausschuss übertragen.“
Am 16. Juli 1951 reicht die Firma Hackenbruch aus Xanten ein Angebot für die Instandsetzung (u.a. Richten, Absäuern und Reinigen, Nachschlagen der Buchstaben) des Kriegerdenkmals bei der Stadt Kalkar ein. Zudem wird angeboten:
„1. Zirka 100 Namen der gefallenen Soldaten im Kriege 1939-1945 bestehend aus zirka 1200 Buchstaben auf der Rückseite des Denkmals einschlagen nach der vorhandenen Schrift
2. Neuauftragen der Jahreszahlen 1939–1945 an der Vorderseite
3. Zirka 2200 neue und alte Buchstaben anlegen“
Am 26. Juli 1951 wird der Auftrag erteilt und im August 1951 als erledigt vermerkt. Eine Erweiterung für die Gefallenen des II. Weltkrieges wurde jedoch nicht vorgenommen, denn in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vom 18. Juni 1963 heißt es im Punkt 11 Verschiedenes: „Auf Anregung des BM wird das Bauamt ersucht, Überlegungen für eine Erweiterung des Kriegerehrenmals anzustellen.“
[—Wahrscheinlich wurden bei dieser Gelegenheit die Einschusslöcher verplombt und das gesamte Denkmal mit Anthrazit- Farbe bemalt —]
1961
Bereits im Jahr 1961 sollte die Denkmalanlage umgestaltet werden. In dem Erläuterungsbericht der Firma Eickhoff, Hamborn, die sich um die Umgestaltung bewirbt, heißt es dazu: „Es ist vorgesehen, dass für die Gefallenen des Krieges 39/45 vier Steintafeln mit den Namen der Gefallenen vor dem Denkmal des Weltkrieges in den Boden eingelassen werden.“ Die Firma erhält den Zuschlag für die gärtnerische Gestaltung, von Steintafeln ist nicht mehr die Rede.
1983
In Akten des Bauamtes der Stadt Kalkar ist neben einer Foto-Dokumentation – direkt an die Wiedergabe der rückseitigen Inschrift anschließend – vermerkt:
„Im Frühjahr 1983 ist an der Vorderseite des Sockels in Relief die Jahreszahl 1939 – 1945 angebracht worden, um auch der Gefallenen des 2. Weltkrieges zu gedenken.“
[—Die Verantwortlichkeit für die Umwidmung wird in der offiziellen Chronik nicht erwähnt, jedoch in einer Präsentation für die spätere Arbeitsgruppe. Dort heißt es:
„Bitte des Stadtdirektors [Rainer] Jürgenliemk
an das Bauamt um Prüfung, ob an das Kriegerehrenmal
die Zahlen des Zweiten Weltkrieges angebracht werden
können.“
S. 28
Bürgermeister zu dieser Zeit war Theodor Kuypers. —]
2015
„Seit den 1950er Jahren fanden Gedenkfeiern am Totensonntag vor dem Kriegerdenkmal statt. Seit dem Jahr 2015 wird den Opfern von Krieg und Gewalt auf dem Soldatenfriedhof des Städtischen Friedhofs gedacht.
[—Den Grund für die Verlegung der städtischen Veranstaltung zum Totensonntag nennt die offizielle Chronik hier nicht, auch nicht den für die scheinbar nahtlos anschließende, spontane Abdeckung des Hitlerzitats 2021. Deshalb müssen wir hier ergänzen:
Am 09. Mai 2015 erscheint in der Rheinischen Post ein vielbeachteter Bericht von Dieter Dormann zur Identifizierung des Hitlerzitats durch den Historiker Hans Hesse. Diesem Zufolge wurden bereits im Herbst 2014 die Stadtarchivarin Anna Gamerschlag und Harald Münzner, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, über die Urheberschaft informiert. Auch der damalige Bürgermeister Gerhard Fonck müsse davon erfahren haben.
2016
2016 benennt die Stadt Kalkar den Platz vor dem Denkmal als „Platz der Begegnung“, stellt Bänke auf und errichtet ein Badminton- und ein Boulefeld.
2019
Am 17. September findet eine Diskussion im Kunstlabor Artoll in Bedburg Hau statt.
Kunsthistoriker Ron Manheim, Harald Münzner und Wilfried Porwol diskutieren mit Gästen.
2020
2020 stellte die Stadt Kalkar Tafeln neben das Denkmal, welche die offizielle Chronik erläutern und behaupten:
„die historischen Fakten zur
https://www.kalkar.de/C125757B004FB233/files/kalkar_tafeln_z_kriegerdenkmal_juni2020_final.pdf/$file/kalkar_tafeln_z_kriegerdenkmal_juni2020_final.pdf?OpenElement
Entstehungsgeschichte des Denkmals [sind] so weit wie
möglich aufgearbeitet“
Die Tafeln schließen mit diesem Absatz:
„Auch zur Zukunft der Gedenkstätte gab es intensive
[ebenda]
Diskussionen, an deren Ende der Rat entschied, das
Denkmal unverändert zu belassen, um die kritische
Auseinandersetzung mit ihm, seiner Entstehungsgeschichte und seiner kriegsverherrlichenden Aussage zu ermöglichen und so eine demokratie- und friedensfördernde Wirkung zu erzielen“
Am 07. Dezember 2020 stellt Jannik Berbalk eine Anregung nach §24 Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen zur „Entfernung des Kriegerdenkmals und die Errichtung einer historischen Erinnerungsstätte“ an den Rat der Stadt Kalkar
Am 08 Dezember stellt die SPD Fraktion einen Antrag auf Entfernung des Hitlerzitats an den Stadtrat von Kalkar. In der Begründung heißt es:
„Das Zitat aus dem Buch mein Kampf von A. Hitler, welches sich auf der rückwärtigen Seite des Kriegerdenkmals befindet, sorgt immer wieder für Ärger. Das Denkmal wurde des Öfteren deswegen beschmiert und wird aufgrund dessen als Nazidenkmal bezeichnet.“
https://ris.kalkar.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZZoBsEX29SAA5L4RJ4FzmEeYIFdFiLpv1sGhcRibWTLH/Anlage_Antrag_A11-8__Kriegerdenkmal_SPD-Fraktion.pdf
Der Blogbeitrag zu diesem Antrag: hier.
Der Gastbeitrag eines SPD-Mitglieds zu diesem Antrag: hier.
2021
Im Juni 2021 gestaltet Wilfried Porwol das Denkmal erneut um: Statt es umzuwidmen, wird seine Aussage in historischen Kontext gesetzt: Porwols Arbeit setzt das „Helden“ in Relation zu dem ikonischen Bild der Erschießung einer Zivilistin mit Kind bei Iwanhorod.
Am Tag der Ratssitzung zu Berbalks Anregung und den Antrag der SPD findet eine Demonstration in Kalkar statt, die vom Kriegerdenkmal aus startet.
Am 22.06 beschließt der Rat der Stadt Kalkar, dass der Hitlerspruch abgeklebt wird. Nicht, ohne nochmals das Anmalen zu Verurteilen. Die Anregung zum Abriss wird gar nicht erst diskutiert.
Nach Wochen weiterer Untätigkeit bringen Aktivisti eine eigene Abdeckung an.
in der offiziellen Geschichte heißt es hierzu schlicht: —]
Nach einem einstimmigen Beschluss des Rates wurde im August 2021 eine Abdeckplatte über die Inschrift auf der Rückseite montiert.
Auf Grundlage des Antrags des Landschaftsverbandes Rheinland auf Unterschutzstellung sowie des Gutachtens zum Denkmalwert [08.09.2021] hat der Bau-, Planungs-, Verkehrs- und Umweltausschuss der Stadt Kalkar in seiner Sitzung vom 7. Oktober 2021 beschlossen, das Kriegerdenkmal gemäß § 3 DSchG in die Denkmalliste der Stadt Kalkar einzutragen.“
[Hier endet die bisherige, offizielle Chronik des Kriegerdenkmals, jedoch ist seine Geschichte hier nicht zu Ende. Am Erscheinungsbild, seiner Widmung, an seiner Aussage hat sich seit 1983 nichts nachhaltig geändert. Es hat sich jedoch nicht nichts getan, es wurde nicht nicht kommuniziert.]
Am 05.10.2021 kommt die vom Rat der Stadt Kalkar initiierte Arbeitsgruppe zusammen. –Sie kapert Porwols Begriff der „künstlerischen Intervention“ in Bezug auf das Denkmal und setzt Kurs auf eine pädagogische Legitimation für den Erhalt des Denkmals.
Der Blogbeitrag zum Protokoll dieser Sitzung: hier.
Am 23.11. tagt die Arbeitsgruppe zum zweiten Mal, aufgrund des großen gesellschaftlichen Interesse wird beschlossen, die Tagungsprotokolle zu veröffentlichen. Mit in der offenen Debatte häufig widerlegter Argumentation [wird hier demnächst erörtert] wird ein Abriss im Konsens abgelehnt. Weiterhin wird von Intervention gesprochen, aber nichts unternommen. Neben den Schulprojekten soll ein Künstler*innenwettbewerb nach einer Bürger*innenbefragung für eine Umgestaltung des Denkmals und/oder des Umfelds stattfinden.
2022
18.01.2022. Die „AG Kriegerdenkmal“ mit ihrer dritten Sitzung: Die in der letzten Sitzung angeregte Bürger*innebefragung und „die Durchführung eines öffentlichen Workshops“ soll die Gesellschaft für Beratungs- und Gesundheitsmanagement mbH (GeBeGe) erledigen. Betonung im Protokoll findet die Zielsetzung, insbesondere „Personen mit und ohne Migrationshintergrund“ zu erreichen.
15.02.2022: kalkarshelden.blog geht online, kurz darauf öffnen die Kanäle auf Twitter, Instagram und Facebook.
14.03.2022 Der Instagramaccount der Stadt Kalkar meldet sich per PM beim Instagramaccount dieses Blogs. Als erste Reaktion auf dieses Projekt verlangt man die Löschung des Profilbilds: Kalkar erhebt Anspruch auf die Bildrechte an einem Detail einer Arbeit von Wilfried Porwol. Dieser beansprucht die Bildrechte für sich und gestattet dem Blog die weitere Nutzung.
27.04./04.05.2022 Die Arbeitsgruppe in der vierten Sitzung: Die Gesundheitsconsultingfirma wird doch nicht beauftragt. Die AG Mitglieder wollen selbst Kalkarer*innen befragen. „Eine repräsentative, wissenschaftlich begründete und soziografisch fundierte Auswertung solle und könne jedoch nicht erwartet werden.“
29.06.2022 Die Arbeitsgruppe tagt zum fünften Mal.
24.08.2022 Die Arbeitsgruppe tagt zum sechsten Mal.
27.09.2022 Die Arbeitsgruppe tagt zum siebten Mal.
22.11.2022 Die Arbeitsgruppe stellt dem Ausschuss für Kultur und Tourismus der Stadt Kalkar die Ergebnisse der im Sommer durchgeführten Befragung vor. Die Stadt teilt sie auf ihrer Themenseite.
2023
27.01.2023 Die öffentliche Verehrung von Wehrmachtssoldaten wird auch auch zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus nicht unterbrochen oder beendet. Die Bürgermeisterin legt unterdessen einen Kranz am Gedenkstein für die Opfer des NS im Stadtpark ab.
16.03.2023 Wilfried Porwol steht erneut vor Gericht.
27.03.2023 Seit einem halben Jahr gibt es keine neuen Protokolle der Arbeitsgruppe.
16.08.2023 Auf einer Veranstaltung am Denkmal berichtet Kalkar über die Umfrage vom letzten Sommer.
01.09.2023 Die Stadt Kalkar erklärt auf Nachfrage, die 1983 für die Umwidmung Verantwortlichen können sich heute an nichts erinnern und „die Akten geben nichts her“.
24.09.2023 Wilfried Porwol macht einen visuellen Vorschlag zur Umgestaltung des Kriegerdenkmals (RP print/ NRZ print)
29.09.2023 Bevor die Stadt Kalkar Porwols Bild entfernt beschmieren Unbekannte es mit Swastikas (Hakenkreuzen) und dem „Z“- Symbol .
14/15.10.2023 Am Denkmal wird ein Musikvideo gedreht, im Zuge dessen widmen Aktivist*innen es um (AntenneNiederrhein/NN/NRZ/RP)
18.12.2023 Der Rat der Stadt Kalkar beschließt den Empfehlungen der Arbeitsgruppe folgend, das Denkmal unberührt zu lassen. Stattdessen soll die Terrassierung zurück gebaut und neue Pflanzen gesetzt werden. Neue Texttafeln sollen das Denkmal besser einordnen. Die entsprechenden Texte sind noch zu formulieren.
2024
02.10.2024 das Amtsgericht Kleve stellt ein Verfahren gegen Wilfired Porwol wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch ein. Das Betretungsverbot für einen unbefriedeten Park ist somit als Unsinn hinfällig. Ebenso bestätigte das Gericht, dass durch Aufbringen von wasserlöslichem Kreidespray kaum eine Sachbeschädigung vorliegt. (Niederrhein Nachrichten, Rheinische Post)
Am Kriegerdenkmal selbst geschieht das ganze Jahr über nichts.
Heute: Ehrt Kalkar weiterhin u.a. Wehrmachtssoldaten als „ihre Helden“, die Sankt- Pankratius- Gemeinde Altkalkar erklärt sich auf der Fassade ihrer Kirche „dankbar“ für deren Einsatz und im Ortsteil Grieth wird die kaum abgewandelte Untergangsparole „Das Vaterland muss leben – und wenn wir sterben müssen“ nach Heinrich Lersch ohne jede kritische Einordnung ausgestellt.