Die Arbeitsgruppe – Fünfter und sechster Aufzug

Da zum einen nicht wirklich viel rumgekommen ist und wir langsam auch aufschließen möchten, hier der Kommentar zur 5. UND 6.  Sitzung der „Arbeitsgruppe Kriegerdenkmal“
Bereits am 29.06.2022 traf sich die Gruppe zum 5. Mal. Die Befragung hat endlich begonnen, die Arbeitsgruppenmitglieder haben bereits 70 Personen aus dem eigenen Umfeld befragt. Nach Beendigung der Umfrage soll es eine weitere öffentliche Veranstaltung zum Thema geben. Austragungsort soll der Platz vor der Platz vor dem Nazigockel sein, als Zeitpunkt wird die zweite Septemberhälfte vorgeschlagen, jedoch scheint es auch hier wieder zu Verzögerungen zu kommen, sodass auch jede offizielle Maßnahme, die die Aussage des Denkmals entschärfen oder zurücknehmen würde wohl in noch weiter entfernte Zukunft rückt.
Endlich wird mit Dr. Stefan Mühlhofer, als Direktor der Dortmunder Kulturbetriebe und Vorsitzenden des Arbeitskreises der NS- Gedenkstätten und –Erinnerungsorte in NRW e.V. eine externe, fachkundige Person benannt,  die nach Möglichkeit nicht nur einen Impulsvortrag halten, sondern gern auch die gesamte Veranstaltung moderieren solle.

Knapp  zwei Monate später, zur sechsten Sitzung ist die Befragung durch die Schüler*innen des örtlichen Gymnasiums noch nicht abgeschlossen, dennoch werden erste Ergebnisse vorgestellt. Als „allgemeines Feedback“ wird im Protokoll konstatiert, „dass bei einer Mehrheit kein Bedürfnis zu bestehen scheint, etwas an dem Denkmal zu verändern“. Nun ist diese Umfrage nicht repräsentativ, dennoch hat es nicht keine Aussagekraft, wenn selbst im persönlichen Umfeld von politisch doch wenigstens Interessierten Kalkarer*innen eine Mehrheit kein Problem an der öffentlichen Glorifizierung von Wehrmachtssoldaten sieht. Am Ende wird hier aber auch nur verschriftlicht, was seit Jahren auf der Hand liegt: Das Problem wird in Kalkar nicht gesehen, entsprechend wird hierzu auch nichts kommuniziert und in der Folge auch nichts gelernt, so sehr die Verteidiger*innen auch vom „Mahnmal“ schwafeln: Offenbar findet keine Mahnung statt. Umso wichtiger, dass Menschen und Institutionen von außerhalb die Kalkarer Bubble durchstoßen und die steingewordene Unanständigkeit als solche benennen und angreifen.
Jedenfalls kommt man jetzt endlich darauf, dass eine „verstärkte sachliche Aufarbeitung des Themas über der Frage nach einer [kÜnStLeRiScHeN iNtErVeNtIoN] stehen könnte.“ Könnte sie, ja? Frau Weyers schließlich hat offenbar verstanden, dass es sinnvoll sein könne „insgesamt die Erinnerungskultur neu zu denken.“

Es scheint, als beginne es nach anderthalb langen Jahren in den Köpfen der Arbeitsgruppe zu arbeiten. Bleibt zu hoffen, dass sich diese Arbeit noch auf die Stadtgesellschaft ausweitet.

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