Der SPD- Antrag

Einen Tag, nachdem ein Antrag auf Abriss an den Rat der Stadt Kalkar gestellt wird, stellt auch die SPD einen Antrag zum Nazigockel. In diesem wird eine Entfernung des Hitlerzitats gefordert.

Ein halbes Jahr später, nach vielen Gesprächen und öffentlicher Debatte wird in einer Ratssitzung nicht der vielbeachtete Bürgerantrag diskutiert, sondern der der SPD, die heute nur noch eine Abdeckung statt einer Entfernung des Zitats beantragt.

Statt also die Stadt endlich Nägel mit Köpfen machen und sich ein für alle mal von ihrem Nazigockel distanzieren zu lassen, springt ausgerechnet die Kalkarer Sozialdemokratie dem Monstrum zur Seite. Das allein ist irritierend genug, jedoch setzt Genosse Kai- Uwe mit seiner Begründung noch einen drauf:

„Das Zitat aus dem Buch mein Kampf von A. Hitler, welches sich auf der rückwärtigen Seite des Kriegerdenkmals befindet, sorgt immer wieder für Ärger. Das Denkmal wurde des Öfteren deswegen beschmiert und wird aufgrund dessen als Nazidenkmal bezeichnet.“

Kai-Uwe Ekers, Stellv. Fraktionsvorsitzender SPD Kalkar

Das ist kein Auszug, sondern die komplette Begründung. -Für Ekers ist es nie ein Problem gewesen, dass seine Stadt Hitler auf einem Denkmal zitiert. Es war auch kein Problem, dass seine Stadt Hitlers Soldaten Helden nennt. Das Problem ist der Ärger, die „Beschmierungen“ und dass es als Nazidenkmal bezeichnet wird. Es ist nie ein Problem gewesen, dass es ein Nazidenkmal ist.

Und mit sowas wird der Abrissantrag gekontert, der daraufhin vom Rat komplett ignoriert werden konnte. Glückwunsch, SPD Kalkar und danke für nichts. Am Ende war dieses „Der Ärger ist das Problem“ der Startschuss für die sogenannte „Arbeitsgruppe“ und wirkt weit weniger überraschend, wenn sich deren Protokolle angesehen werden. Wie wenig Verständnis für die Problematik selbst in dieser Gruppe Freiwilliger vorhanden ist, werde ich hier später aufdröseln.

Für die Sozialdemokrat*innen in Kalkar sei hier aber nochmal erklärt, dass ein von Nazis geplantes und errichtetes Denkmal nicht nur mit Hilterzitat als Nazidenkmal bezeichnet werden kann. Dass Nazipropaganda beschmieren gerade von euch nicht als das Problem markiert werden sollte. Dass Definitionen zu verbergen Aussagen nicht ändert. Dass ihr mitverantwortlich dafür seid, dass eure Stadt auch heute deutsche Soldaten beider Weltkriege unwidersprochen als Helden feiert. Dass ihr Teil des Problems bleiben werdet, wenn ihr nicht wenigstens das erkennt.

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